Apollo Metapontum Spätklassische Periode, ca. 330–300 v. Chr.
Metapontum, ca. 330–300 v. Chr.
Silber-Tetradrachme, ca. 15,0–15,6 g, 24–27 mm
Vs.: Apollo sitzend mit Lyra, Lorbeerbaum
Rs.: Gerstenähre mit Heuschrecke
Carelli 116 – D. 128 | Seltene Apollon-Serie

Hochwertige Sammlerbeschreibung
Diese bedeutende Großsilberprägung gehört zu den künstlerisch anspruchsvollsten Emissionen Metaponts und steht in direktem Zusammenhang mit dem Apollon-Kult der Stadt.
Vorderseite
Apollo nackt, mit über die linke Schulter zurückfallender Chlamys, auf einem Sitz (Sella) nach links gewandt.
In der linken Hand hält er eine viersaitige Lyra, auf dem linken Oberschenkel aufgestützt
Mit der rechten Hand schlägt er die Saiten
Der Kopf leicht erhoben – singend dargestellt
Vor ihm wächst ein Lorbeerbaum empor
Die Szene verweist ikonographisch auf die literarisch überlieferte Weihung Apollons in Metapont (Herodot IV, 15).
Rückseite
Gerstenähre (Hordeum) – zentrales Stadtemblem Metaponts.
An der Ähre empor kriechend eine Heuschrecke (locusta)
Keine zusätzliche komplexe Nebenikonographie
Klassische, klare Feldgestaltung
Diese Kombination aus musischem Apollo und agrarischem Symbol verbindet Kult und Wirtschaftskraft der Stadt.
Historische Bedeutung
Die Apollon-Prägungen stehen wahrscheinlich im Zusammenhang mit einer besonderen kultischen Stiftung in Metapont.
Die Verbindung von Lorbeer, Lyra und Gesang unterstreicht die religiöse Identität der Polis – ein bewusster Kontrast zu den rein landwirtschaftlichen Serien.
